Cirò (KR)

Das Rebland

Cirò ist eine mittelalterliche Ortschaft mit einem gut erhaltenen historischen Ortskern voller malerischer Ausblicke, enger Gassen, Unterführungen und Treppen zwischen der ionischen Küste von Crotone und den nordöstlichen Ausläufern der Sila.
Das Städtchen Cirò entspricht dem antiken Psycròn, einem zauberhaften Ort, der den Winden ausgesetzt ist. Zahlreiche archäologische Funde zeugen davon, dass sich hier bereits in der Eisenzeit Völker niedergelassen hatten. Das antike und bereits bestehende italische Zentrum wurde aber erst zwischen dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. mit der Ankunft griechischer Siedler intensiv besiedelt und befestigt, wodurch die Stadt der Magna Grecia Psycròn, später Krimisa genannt, zum Leben erweckt wurde.
 

Die Stätte war Schauplatz eines harmonischen Zusammentreffens zwischen zwei Kulturen: Die Geschicklichkeit und der Reichtum der Griechen vereinte sich mit der Eleganz und Konkretheit der lateinischen Kultur.

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Die ersten griechischen Siedler waren so beeindruckt von der Fruchtbarkeit dieser Gebiete, dass sie ihnen den Namen Oinotria (Rebland) gaben, der dann auf ganz Italien ausgedehnt wurde.
 

Die heutige Altstadt wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts weitgehend von den Feudalherren Carafa mit der Ringmauer und ihren Toren Mavilia, Scezzari, Cacovia, Falcone angelegt. Das Haupttor war Porta Mavilia, gleich am Anfang des heutigen Corso Lilio. Das zweite Tor heißt Porta Scezzari, weil es hier einst einen Zusammenstoß mit Schweizer Soldaten gegeben haben soll. Das dritte Tor, Porta Cacovia, befindet sich im Ortsteil Valle, während das letzte Tor, Porta Falcone, von dem nichts übrig geblieben ist, sich im unteren Teil des Dorfes befand, wo die jüdische Gemeinde lebte. Die Ortschaft erstreckt sich vom Ortsteil Portello, dem ältesten von Cirò, über Cannone bis ganz Corso Lilio. Am Hauptplatz erblickt man die Burg Carafa, ein imposantes trapezförmiges Bauwerk mit vier verschiedenen Türmen, und die Mutterkirche S. Maria de Plateis.

 
Cirò
 

In der lokalen Wirtschaft dominiert der Wein Cirò DOC, der in die ganze Welt exportiert wird, gefolgt vom ebenso traditionellen Olivenöl, das in jüngster Zeit neue und wichtige agro-industrielle Aktivitäten hervorgebracht hat.

 
Die Tore von Cirò

Die Ringmauer der antiken Ortschaft Cirò hatte vier Tore: Porta Mavilia, Porta Scezzari, Porta Cacovìa und Porta Falcone. Das erste Tor, der Haupteingang zum Dorf, von dem nur noch einige Fragmente des abgerissenen Bogens zu sehen sind, befand sich an der Stelle, an der der heutige Corso Lilio beginnt. An der Via Casoppero gegenüber Palazzo Teti steht das zweite Tor, das seinen Namen von den Schweizer Soldaten, den sogenannten Scezzari erbte, die nach einer endlosen Belagerung schließlich das Dorf einnahmen. Im Ortsteil Valle erblickt man Porta Cacovìa, dessen Name auf die enge und mühselige Straße zurückzuführen ist, die man zurücklegen musste, um bis dorthin zu gelangen. Vom vierten Tor, Porta Falcone, ist leider nichts mehr übrig geblieben, da es vollständig abgerissen wurde. Dieses Tor befand sich im untersten Teil des Dorfes, der einst von Juden bewohnt wurde.

 
Cirò
 
Kirche Santa Maria de Plateis

Die im Herzen der Altstadt liegende Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut.
Die Hauptfassade ist imposant und bietet als visuell dominierendes Element vier auf einem hohen Sockel stehende Scheinsäulen, die den über eine kleine Treppe erreichbaren Eingang abgrenzen. Auf der linken Seite erblickt man ihren viereckigen spitzen Uhrturm.
Das Querschiff des dreischiffigen Innenraums wird von einer großen Kuppel überragt, die rechts und links von zwei weiteren kleinen Kuppeln flankiert wird, die zusammen ein Kreuz bilden. Vor dem Hochaltar aus polychromem Marmor und mit kleinen Putten aus weißem Marmor verziert erblickt man einen Triumphbogen mit darüber dem antiken Wappen von Cirò. Sehenswert ist auch die vollständig mit Marmor und Mosaiken verkleidete Kapelle del Sacramento am Ende des linken Seitenschiffs sowie die Kapelle Santo Stefano, die sich durch einen mehrfarbigen Marmoraltar auszeichnet. Darin ist ein Gemälde des Martyriums des Heiligen Stephanus, ein Werk neapolitanischer Schule, zu sehen.

 
Cirò
 
Weitere heilige Stätten

Es gibt zahlreiche Kirchen und heilige Orte, die über das gesamte Gebiet von Cirò verteilt sind.
Die Kirche Madonna del Carmine ist eine kleine schlichte Kapelle, deren Hochaltar an der Wand ein Gemälde die Jungfrau mit Jesuskind und daneben dem heiligen Franziskus umschließt.
Die Kirche San Giovanni Battista war eine der ersten vier Pfarreien des Ortes. Ihre Fassade zeichnet sich durch ein vorspringendes Tympanon aus, das scheinbar von zwei Wandsäulen mit Kapitell getragen wird. An der Decke des Hauptschiffs sticht ein neues Fresko hervor, das die Taufe Johannes des Täufers darstellt.
Die Kirche San Cataldo liegt nur wenige Schritte von Porta Mavilia, einem der alten Stadttore, entfernt und ist einem Mönch irischer Herkunft, Cataldo, gewidmet, der Bischof von Tarent wurde. Die Fassade hat ein rechteckiges Portal mit darüber einem runden einbogigen Fenster.
Die Kirche Madonna di Pompei weist keine signifikanten architektonischen Elemente auf und befindet sich ganz in der Nähe der Ruinen der alten Kirche Sant'Elia, zu der der Überlieferung zufolge die Jungfrauen des Ortes in Prozession zogen, um in Dürrezeiten Regen zu erbitten. Die jungen Frauen erreichten die Kirche mit dem Mund voller Wasser, gossen es dann zu Füßen des Gotteshauses aus und sprachen dabei ein Gebet.
In Cirò gab es zu Beginn des 18. Jahrhunderts vier regulierte Orden.
Das Kapuzinerkloster aus dem 17. Jahrhundert, gleich am Ortseingang, ist nun Teil des städtischen Friedhofs; das Kloster der Reformierten befand sich in der Ortschaft Cappella, von dem nur noch wenige Ruinen erhalten sind; das nicht mehr existierende Minoritenkloster S. Francesco d'Assisi stand zwischen dem heutigen Friedhof und der Ortschaft Donna Pipa; das Kloster der Minimen San Francesco di Paola, das einzige noch erhaltene Bauwerk, heute im Besitz der Familie Siciliani.

 
Burg Carafa

Die Stadt entwickelt sich rings um die Burg der Carafa, die somit das Stadtbild beeinflusst. Die Burg wurde von der Familie Carafa sowohl zur Verteidigung gegen feindliche Angriffe als auch aus dem Willen heraus errichtet, die Einwohner des Städtchen zu bewachen.
Sie hat die Form eines Trapezes, dessen Spitzen von vier Rundtürmen besetzt sind, und ist in drei Teile gegliedert: die von Legenden umwobenen Keller, die seit jeher Neugierde erwecken; das Lagergeschoss mit dem aus lokalem Stein gepflasterten Hof; das Obergeschoss mit zwei Wohnbereichen und Räumen für die Dienerschaft.

 
Cirò
 
Cirò D.O.C.

Cirò ist der erste kalabrische Wein, der die Doc-Auszeichnung der Europäischen Union erhalten hat. Er ist der älteste hergestellte Wein Kalabriens, ein direkter Nachfahre des berühmten Krimisa, der von den alten achäischen Völkern an der ionischen Küste hergestellt wurde.
Die Geschichte des Weines Cirò beginnt im 8. Jh. v. Chr., als einige Siedler aus Griechenland die Küste von Punta Alice erreichten und Krimisa gründeten. Es wird erzählt, dass Krimisa in der Antike der „offizielle Wein“ der Olympischen Spiele war.
Die ersten griechischen Siedler waren von der Fruchtbarkeit dieser Weinberge so beeindruckt, dass sie ihnen den Namen Oinotria (Rebland) gaben, wobei er dann auf ganz Italien ausgedehnt wurde.
Der Wein Cirò Doc stammt von Reben, die hauptsächlich auf den harten und trockenen Böden der Provinz Crotone zwischen Cirò Cirò Marina, Crucoli, Melissa und Rocca di Neto angebaut werden. Die Traubenbeere erhält dadurch einen besonderen Körper, die Farbe ist sehr dunkel und die Schale fleischig.

 
Cirò
 


 


 

Das städtische Ballungszentrum besitzt, aufgrund seines jungen Ursprungs, der auf das Jahr 1952 zurückgeht, keine Altstadt. Stattdessen findet man innerhalb des urbanen Raums bedeutende architektonische Werke, wie die Reste der Torre Nuova (neuer Turm) auf dem Lipuda, die Casa Taverna, das Gebäude Porti, welches das archäologische Museum beherbergt, die Casa Sculco, die Casa Saverona und weitere ländliche Residenzen, die von Weinbergen und Orangen- und Olivenhainen umgeben sind und zur typischen Landschaft des mediterranen Garten gehören.



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